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FOlie 7 Laut Scharfetter gibt es 2 Zugangsformen zum Menschen, zum einen die Ideographisch kasuistisches Einleben, man versucht dem Menschen nahe zu kommen in seiner Einzigartigkeit in seine Verhalternsweisen, komplementär dazu ist das nomothetische Forschen, die Untersuchung überindividueller Regelhaftigkeiten.

Gegenstand der Psychologie/Psychiatrie ist jeweils ein ganzer Mensch „Von solcher ganzer Lebensgestalt Kunde zu bekommen, wird nur gelingen, wenn wir den Menschen ganz ernst nehmen und sorgsam mit ihm sind.

Ganze Lebensgestalt ist sehr von der aktuellen Situation der Person abhängig

Ebenene der Diagnostik

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Syndromale Diagnostik

  • Skalen (z.B. BPRS, PANSS)

Beschreibung von überzufälluig häufig gemeinsam auftretenden Symptomkombinationen, auch relativ Zeit und Kulturstabil

Unterliegt einer starken Zeit, Kultur und Wissensabhängigkeit

Klassifikatorische Diagnostik

  • Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV)

Konzeptbildung, z.B Operationalisierung vin Konzepten oder biologische oder pschoanalytische Konzepte.

Hier spielt Konsensfindung von Experten eine grosse Rolle

Symptomale Diagnostik

  • Psychopathologischer Befund

Genaues Beobachten was Geschieht im Erleben und Verhalten von Menschen, man will die Phänomene erkennen und Beschreiben. Konstrukt der kleinsten Beschreibungseinheiten Nicht von Schizophrenie als Krankheit sondern von kleinen einheiten (Ängstlich etc) Zeit und Kulturstabil im Vergleich zu klassifikatorischer Diagnostik

Faktoren mit Einfluss auf die Reliabilität

Subjektvarianz

  • Ein Patient wird zu zwei Zeitpunkten untersucht, in denen er sich in verschiedenen Krankheitszuständen befindet

Situationsvarianz

  • Ein Patient wird zu zwei Zeitpunkten untersucht, in denen er sich in verschiedenen Stadien einer Störung befindet

Informationsvarianz

  • Verschiedenen Untersuchern stehen verschiedene Informationen zum Patienten und zur Krankheit zur Verfügung

Beobachtungsvarianz

  • Verschiedene Untersucher kommen zu unterschiedlichen Urteilen über Vorhandensein und Relevanz der Symptome

Kriterienvarianz

  • Verschiedene Untersucher verwenden unterschiedliche diagnostische Kriterien für die Diagnose derselben Störung (Passiert nicht wenn beide die gleiche Referenz (also ICD-10 oder DSM-V) verwenden

Interraterreliabilität wird mit kappa gemessen (von 0-1)

Reliabilitätsverbesserungen Diagnose

  • Festlegen von Ein- und Ausschlusskriterien
  • Festlegung diagnostischer Hierarchien
  • Festlegung diagnostischer Algorithmen
  • Standardisierung der Erhebung

ICD/DSM

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Aufbau der ICD-10

  • F0 Organische, einschliesslich symptomatischer psychischer Störungen
  • F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F2 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störung
  • F3 Affektive Störungen
  • F4 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (Zwnagserkrankung, PTSD)
  • F5 Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren
  • F6 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F7 Intelligenzminderung
  • F8- Jugend Entwicklungsstörungen
  • F9- Jugend Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Operationalisierter Diagnostischer Prozess

Früher eminence Based, Heute Evidence Based

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Heutzutage versucht man mehrere Diagnosen zu erstellen .

Diagnosekriterien

  • Symptomkriterien
  • Zeitkriterien
  • Verlaufskriterien
  • Ausschlusskriterien

Chacklisten (Algoritmus)

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Reliabilitätsverbesserung auf Symptomatischer Basis

  • Festlegung klinisch relevanter Beschwerden (vom Patienten geäussert) und Verhaltensauffälligkeiten (vom Beobachter registriert) als Symptome
  • Genaue Definition der Symptome
  • Standardisierung der Symptomerhebung

Fachsprache

Folie 35 Man versucht die Prosa des Patienten in die Fachsprache zu übersetzen, eine Annäherung

Kosten / Nutzen

öbersetzungsvorgang kostet und nützt. Die Prosabeschreibung ist wesentlich plastischer, die Fachbegrifflichkeit ist sehr dürr und nicht individuell.

Kosten

  • Verringerte Plastizität
  • Verringerte Individualität
  • Wegfall von komplexen Phänomenen (z.B. Wertvorstellungen)
  • Verzicht auf Entstehungszusammenhang

Nutzen

  • Vergleichbarkeit im Quer- und Längsschnitt
  • Erhöhung der Interrater-Reliabilität
  • Grundlage operationalisierter Diagnostik
  • Grundlage evidenzbasierter und leitlinienorientierter Therapie
  • Schutz vor spekulativer Konstruktion von Zusammenhängen (z.B. zur Genese)

AMDP System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie)

Dokumentationssystem, erfasst vershciedene Systeme mit Fremdbeurteilung, Kernstück ist der psychische Befund. Man braucht ein Referenzmanual

  1. Anamnese: soziodemographische Daten, Diagnose
  2. Psychischer Befund: 100 psychopathologische Symptome
  3. Somatischer Befund: 40 somatische Symptome

Merkmalsgruppen AMDP

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Fremdbeurteilung

Woher bekommen wir infos über unseren Patienten

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